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Was Jugendfeuerwehrkinder stark macht: Zaubermittel Resilienz

Was Jugendfeuerwehrkinder stark macht: Zaubermittel Resilienz
Resilienz - Ressourcen stärken, psychisches Wohlbefinden steigern von Undine Lang

Stark machen für den Einsatzdienst und das Leben – das ist ein wichtiger Auftrag der Jugendfeuerwehr. Stark im Wissen rund um die Feuerwehrtechnik, stark im Team, stark aber auch auf der psychischen Ebene. Für letzteres heißt das Zauberwort: Resilienz. Die psychische Widerstandsfähigkeit, die es einem ermöglicht Krisen zu bewältigen und nach jedem Tiefschlag wie Phönix aus der Asche aufzusteigen. Super Mario naschte dafür von der blinkenden Wunderblume, für Asterix braute Miraculix den Zaubertrank und die Gummibärenbande schlürfte ihren tiefroten Gummibärensaft – wir haben nichts davon, aber mit den sieben nachfolgenden Tipps werdet Ihr zum Resilienz-zauberer in Eurer Jugendfeuerwehr.

 

Sieben Tipps um Jugendfeuerwehrkinder resilient(er) zu machen:

  • Zeig den Kindern, dass sie selbst etwas bewirken können.

  • Wertschätzung, Komplimente, Anerkennung – gar nicht teuer aber unendlich wertvoll.

  • Sei Optimismusvorbild.

  • Werde zum Stärkendetektiv bei den Kindern.

  • No Stress in der Jugendfeuerwehr.

  • Fordern aber nicht überfordern – stelle den Kindern anspruchsvolle aber bewältigbare Aufgaben.

  • Hör auf die Kinder und sei für sie eine verlässliche Bezugsperson.

Mehr Informationen und Tipps zum Zauber der Resilienz könnt Ihr im aktuellen Lauffeuer lesen oder in gezielter Fachliteratur. Einige Beispiele findet Ihr anbei.


Die menschliche Psyche – unendliche Weiten… die mächtige Gesamtheit all unseres Fühlens, Denkens und Empfindens scheint komplex und unergründlich. Wie schön klar ist dagegen der Aufbau eines Löschangriffes, bei dem man die Flussrichtung des Wassers und die Fehlerquellen bei Wasserverlust nachvollziehen kann. Schlägt die Psyche Leck, gestaltet sich die Fehlersuche hingegen meist schwieriger. In dem Buch „Resilienz Ressourcen stärken, psychisches Wohlbefinden steigern“ nimmt uns die Klinikleiterin Prof. Dr.med. Lang mit auf die Suche nach Faktoren für die psychische Gesundheit. Erst suchen wir in der Außenwelt nach Kraftquellen, dann entlang unseres Verhaltens und am Ende in unserer eigenen Haltung. Jedes Kapitel beginnt mit einem einleitenden Fallbeispiel und präsentiert nachfolgend umfangreich die aktuelle Studienlage zur Thematik. Ein tolles, aufwändig recherchiertes und trotz aller Wissenschaftlichkeit gut lesbares Werk für alle, die ein bisschen tiefer in die Welt der psychischen Gesundheit und deren Stärkungspotential eintauchen möchten.

Titel: Resilienz Ressourcen stärken, psychisches Wohlbefinden steigern; Autorin: Undine Lang; Verlag: Kohlhammer; ISBN: 978-3-17-036173-7; Preis: 28 Euro.


„Das Leben besteht in der Bewegung“ (Aristoteles, 384 bis 322 vor Christus). Was uns im Leben bewegt, ist je nach Zeitpunkt unserer Entwicklung verschieden. Und so entwickelt und bewegt sich auch unsere Resilienz im Laufe der Lebensspanne stetig fort. Die Resilienz eines 13-jährigen Jugendfeuerwehrmitgliedes, wird sich von der Resilienz eines 73-jährigen Ehrenfeuerwehrmitgliedes unterscheiden. Die Resilienzförderung eines dreijährigen Schnullerträgers, wird von der Resilienzförderung eines 43-jährigen Anzugträgers abweichen müssen, um Erfolg zu zeigen. Doch wann sind welche Resilienzaspekte besonders gefordert oder auch förderbar? Dieser Frage widmet sich das Lehrbuch „Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne“. Ein wissenschaftliches Buch für Fachpersonal und Studierende der Sozialwissenschaften und der Psychologie, das viel Input und Wissen in Definitionen, Modellen und Studienergebnissen vermittelt.

Titel: Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne; Autoren: Maike Rönnau-Böse & Klaus Fröhlich-Gildhoff, Verlag: Kohlhammer; ISBN: 978-3-17-035589-7, Preis: 36 Euro.


Resilienz, Corona und der Kampf um das letzte Toilettenpapier – wie hängt das denn zusammen? In dem Fachbuch „Resilienz und Kritische Infrastrukturen Aufrechterhaltung von Versorgungsstrukturen im Krisenfall“ bekommt man einen Einblick in diese Art „größerer“ Zusammenhänge und Wechselwirkungen im Falle von Krisen. Fallen die, für uns als ganz alltäglich und selbstverständlich angenommenen, kritischen Versorgungsstrukturen aus, ist nichts mehr wie es war – Chaos, Verderben und größte Not übernehmen das Ruder. Doch halt, hier kommt die Resilienz der kritischen Infrastrukturen ins Spiel. In dem Herausgeberwerk von Voßschmidt und Karsten, wird äußerst lesenswert und hochinteressant auf die kritischen Infrastrukturen, die Gefahren der Vulnerabilität, die Möglichkeiten der Resilienzsteigerung und potentielle Schockereignisse eingegangen. Das Werk wurde vor Coronazeiten geschrieben und veröffentlicht, ich möchte Euch dennoch die Information über die Dauer einer Pandemie nicht vorenthalten: „Bei einer Pandemie kann alleine eine Erkrankungswelle bis zu zwölf Wochen dauern und die gesamte Pandemie mit mehreren Wellen über ein Jahr lang anhalten.“ Falls Ihr demnach noch neuen Lesestoff der Kategorie „krisensicheres Fachbuch aus dem Katastrophenschutzgenre“ für eine ansteckungsfreie Lese-/Fortbildungszeit zu Hause sucht, kann ich dieses Werk zur Bewusstseinserweiterung nur empfehlen.

Titel: Resilienz und Kritische Infrastrukturen Aufrechterhaltung von Versorgungsstrukturen im Krisenfall; Herausgeber: Stefan Voßschmidt und Andreas Karsten; Verlag: Kohlhammer; ISBN: 978-3-17-035433-3; Preis: 39 Euro.

Resilienz - Ressourcen stärken, psychisches Wohlbefinden steigern von Undine Lang
Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne von M. Rönnau-Böse und K. Fröhlich-Gildhoff
Resilienz und kritische Infrastrukturen von Stefan Voßschmidt und Andreas Karsten (Hrsg.)
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